Freitag, 18. August 2017

einfach unwiderstehlich

Andere Frauen kaufen Schuhe, ich kaufe Künstlermaterialien (und da bin ich sicher nicht die Einzige). Und ich liebe Vintage. In meinem Wohnzimmer steht eine 60er Jahre Couch, vor Jahren für 8,50 Euro bei Ebay ersteigert und in 380 km Entfernung abgeholt ... Ich besitze einen alten Toaster, bei dem man auf beiden Seiten Klappen öffnen muss, um das Brot reinzulegen (und er schmeißt es auch nicht von selbst wieder raus, wenn es fertig ist). Und so weiter.

Als Eva vor zwei Wochen ihren alten Tuschkasten zeigte, war's um mich geschehen. Ob sich so etwas noch auftreiben ließe? Ein 24er? Mit Indischgelb? Und tatsächlich verbarg sich in den kleinen Anzeigen in einem Konvolut von 7 (!) zum Teil sehr ramponierten, verkrusteten Wasserfarbkästen so ein Schätzchen.





Der ganze Karton roch nach kalter Asche, als er gestern kam, aber nach ein, zwei, drei Runden Wischen und Putzen, Sortieren, Wegschmeißen und neu Zusammenstellen, kam doch die wahre Schönheit zum Vorschein. Und Dutzende von Ersatznäpfchen quasi als Zugabe. Und das alles für einen Zehner. Bloß Indischgelb werde ich wohl bald mal nachkaufen müssen ... Und Silber. Paynesgrau.

Donnerstag, 17. August 2017

in aller Fülle


Ich sitze im Augenblick viel draußen unterm Schirm am Gartentisch. Und kann gar nicht anders, als die Fülle zu bestaunen. Die Schönheit. Und die Perfektion.

en gros


und en detail



Und natürlich muss ich meinen Senf dazugeben

 

 

 

Mittwoch, 16. August 2017

blauer Horizont

Acrylfarben auf alter Buchseite

Und hier - farblich passend - noch ein kleiner Insider aus dem Kritzelbuch. 


Die Tinte suppt ins Papier. Sehr schade. Aber die Seele funkelt ... ähm, strahlt. Glitzert?

Freitag, 11. August 2017

Gartenkritzeleien

Im Garten wetteifern gerade Phlox in Weiß über verschiedenen Rosatöne bis Lila und Sonnenbraut in Gelb und Braun mit der zweiten Rosenblüte hier und da und dort: Schau mich an! Ich hab die schönsten Farben! Den süßesten Duft! Ich! Ich! Nein, hier! Hier!



Donnerstag, 10. August 2017

Farben

Vor ein paar Monaten habe ich ein kleines liebevoll gestaltetes und genähtes Täschchen mit historischen Künstermaterialien geschenkt bekommen: Füller, Farben, Pinsel und Leinenläppchen - ein Set für unterwegs. Was für ein Schatz!


Ich bringe es aber einfach nicht über mich, diese hübschen Farbblöckche zu benutzen.


 

Den Füller mit seiner leicht angeschrägten Goldfeder habe ich inzwischen allerdings täglich in Gebrauch. Er ist eher klein und nicht so dick wie viele moderne Schreibgeräte, und das kommt mir sehr zupass.




In diesem Sinne

Sei was du bist

Gib was du hast


Mittwoch, 9. August 2017

Wege

Die kleine Serie von sechs Kritzeleien brauchte endlich einen äußeren Rahmen für den inneren Zusammenhalt. Ich fand einen dünnen, mit zwei Lagen lose miteinander verklebtem Packpapier bezogenen Pappumschlag ganz passend. Die sechs Blätter habe ich auf ein Leporello geklebt und dieses dann mit dem Deckel verbunden.


Außen ist der Deckel ziemlich verknittert, so wie das Packpapier-Füllmaterial aus irgendeinem Karton gekommen ist. Und innen drin ...




Dienstag, 8. August 2017

au contraire

Beim aktuellen Projekt wollte ich eine neue Bindung ausprobieren. Et voilà ...


Die dicke schwarzgraue Pappe ist beim Umlegen eingerissen, das war mir aber vorher klar, und irgendwie passt es auch ganz gut zum Ganzen. Und so fächert es sich auf ...


Bei den farbigen Seiten habe ich zum Teil den Duktus dessen, was schon "vorne" drauf war, aufgegriffen. Zuweilen schimmerten auch Linien durch das Leinöl/Terpentin-getränkte Papier (das eine sehr schöne Haptik hat, ein schöner "Nebeneffekt" beim Buch). Durch das Zusammenfügen der Lagen ergeben sich ganz neue Kombinationen / Kontraste / Verbindungen.

 
 


Irgendwie hab ich's im Moment mit Kringeln. Ich weiß ja auch nicht. Und der nächste Stapel älterer Arbeiten liegt schon bereit ...

Sonntag, 6. August 2017

Besuch bei Nolde

Eine E-Mail am Freitagabend und eine spontane Verabredung haben mich gestern ins Schloss Gottorf geführt, wo gerade "Nolde in der Südsee" gezeigt wird.


Noldes Geburtstag jährt sich am Montag zum 150. Mal, und aus diesem Anlass wird im Norden gerade sehr viel Nolde gezeigt. Hier gibt es einen guten Überblick. Die eine oder andere Ausstellung werde ich in den nächsten Wochen sicher noch besuchen. Für die Kinder gibt es einen Tisch mit Postkarten zum Ausmalen und Material, um Südseeschmuck zu basteln, und da konnte ich es mir einfach nicht verkneifen, auch ein bisschen zu basteln ... So treffen sich Nolde-Palmen in Aquarell, Nolde-Palmen in Öl und Eli-Palmen in Buntstiften.

Sehr berührt haben mich in Gottorf die kleinen Skizzen, die Nolde auf der Reise auf Japanpaipier angefertigt hat, hauptsächlich mit Bleistift und Ölkreiden oder Buntstiften (insgesamt 250 Stück, von denen schätzungsweise 50 gezeigt werden). Kleine zarte Blätter, wunderschön.


Diese Abbildung stammt von einem Buchcover, denn Postkarten gab es davon leider keine. Sehr schade.

Beim Heimkommen habe ich dann diese Karte aus dem Briefkasten gefischt.


Und mir die Äuglein gerieben. Moment mal, hab ich die nicht am Freitag erst hier gesehen? Wie schön das Wasser abfließt. Und wie bedröppelt sie dreinschaut, die Arme nach vier Tagen Regen im Juli.

Liebe Eva, Dankedankedanke, das war eine sehr schöne Überraschung und eine große Freude. Ich drücke Dir und ihr die Daumen, dass der Regen nachlässt und der Himmel wieder den richtigen Sommerblauton bekommt und Ihr den Schirm die nächsten zwei Monate nur noch braucht, um Sonnenbrände zu vermeiden.


Freitag, 4. August 2017

In Serie


Acrylfarbe, Ölpastellkreiden, Bleistift auf Papier ("Rückseiten")

Beim Räumen bin ich vor ein paar Wochen auf einen Packen von abstrakten Blättern gestoßen, die mir zwar gefielen, mir aber auch immer schon irgendwie zu düster waren. Eigentlich aber auch schade, dass sie seit Jahren in einer dunklen Kiste liegen.

 Mischtechnik auf Papier, in Leinöl/Terpentin getränkt ("Vorderseiten")

Jetzt soll ein Künstlerbuch daraus werden. Mit Farbe. Also habe ich die Blätter auseinandergeschnitten und die Rückseiten bearbeitet. Ich liebe es, in Serie zu arbeiten und zu schichten. Dabei sind viele Elemente von dem eingeflossen, was ich in den letzten Monaten gemacht habe. Und es hat sehr großen Spaß gemacht. Ich bin abgetaucht und wieder auf und noch ein paarmal rein. (Zum Stichwort "pure Lebensfreude" empfehle ich in diesem Zusammenhang unbedingt Tine Kleins Blogbeitrag vom 3.8.17 vom Urban Sketcher Treffen in Chicago der aufmerksamen Lektüre.) Als Nächstes werden die Blätter zu Lagen zusammengefügt und zu einem Buch gebunden. Ob's dann funktioniert mit düster und bunt, wird sich zeigen. Ich bin sehr gespannt.

Nachtrag

Achtung, jetzt wird es sehr persönlich. Ich habe das, was folgt, heute Morgen eingestellt und heute Mittag wieder rausgelöscht. Gehört es überhaupt hierher? Hat es irgendetwas mit Kunst zu tun?
 Ich setze es jetzt wieder rein, denn ich muss mir Luft machen. Und zwar genau hier an dieser Stelle.  Und ja, es hat etwas mit Kunst zu tun, so viel wie mit dem Leben. Tine Klein hat mich heute mit ihrer Lebensfreude deutlich darauf gestupst.
Ich bin 56 Jahre alt und trage, wie jede und jeder, meine Verletzungen mit mir herum. Meine haben dazu geführt, dass ich einen absoluten Sensor für Missklänge habe, dafür, wenn jemand nicht stimmig ist, nicht echt, nicht authentisch. Nicht ehrlich. Ich bin da wie ein Geigerzähler, der heftig ausschlägt. Da schrillen alle Alarmglocken.
Also, was ich sagen will: Wenn etwas keine Freude macht, brauche ich es nicht zu tun. Dann lasse ich es besser. Dann brauchst du es nicht zu tun. Dann lass es besser. Ganz ehrlich, ich habe lieber nur einen einzigen wirklichen Freund auf der Welt (und wenn es der Kater ist), als mich mit Menschen zu umgeben, die mir halbwarm und lau das Gefühl vermitteln, die Beschäftigung mit mir wäre ihnen eine Last. Oder die mich manipulieren wollen. Oder sich mit mir befreunden, weil sie sich etwas davon versprechen (was auch immer das sein soll). So ticke ich einfach nicht. Darin steckt keine Freude. Daraus erwächst auch keine.
Und so lasse ich unter (Abschieds)Schmerzen, aber am Ende doch fröhlich und befreit, alle und alles fahren, was nicht ehrlich, offen, echt, authentisch ist. Was mir nicht gut tut. Dafür ist mir der Rest meines Lebens einfach zu kurz. Ich will Freude in meinem Leben. Und damit schlage ich den Bogen zurück zur Kunst, denn darin liegt für mich sehr viel Freude. In der wundervollen, ausdrucksstarken, kleinen Kunst.

 Und vielleicht finden sich ein paar von diesen Aspekten dann demnächst auch im Künstlerbuch wieder. Schaumermal.

Die Zeit

Was die Zeit so alles kann. In den letzten Tagen hat sie sehr viel Platsch, Platsch, Platsch, Plitsch ... gemacht. Und das Licht ist schlecht zum Fotografieren. 

Donnerstag, 3. August 2017

Kids Art Week 2017 No 4

Ich konnte es mir nicht verkneifen, der Katze aus Carla Sonheims Sommerkinderkunstkurs noch ein paar Collageelemente beizufügen.

Mittwoch, 2. August 2017

Kids Art Week 2017 die Dritte

 
Ermutigt durch Karins freundliche Kommentare zu meinen Blob-Tieren und dem roten Hasen, zeige ich auch noch mein Pferdekarussell. Diese kleinen Geschichten machen einfach unendlich viel Spaß.

Dienstag, 1. August 2017

Hase

Und gleich hinterher noch mein Dürer-Hase aus der Kids Art Week von Carla Sonheim, dem ich mich gestern Abend gewidmet habe.

Ölpastellkreiden auf Papier, Schnipsel

Als ich heute Morgen den Schnipsel vom Tisch aufnahm und dazuklebte, war mir nicht recht klar, warum ich das tue. Und dann ging mir ein Licht auf. Ah! Die Seele ist so viel klüger als der Kopf. Dummer kleiner Kopf.

fröhliche Verwandtschaft


Zur Feier des Anlasses - mein 100. Post - ein kleines Späßchen in Form einer Collage.




Montag, 31. Juli 2017

Sommerfrische

Ein ganz langer Spaziergang an der Ostsee. Tut einfach gut, dieses Meer.
Dabei ein paar seltsam geformte Steine gesammelt.
Als Vorlagen für die blobs, die Carla Sonheims Kids Art Week (eigentlich schon letzte Woche) einleiten (s.u.)

Auf dem Heimweg beim Hexenstein Schmoel (mehr Infos hier) angehalten. Ich war tief berührt, als ich vor dem fertigen Denkmal stand.


Der Brand fand ab dem 21. Juni statt, dem Tag, an dem ich in die Reha fahren musste. Viele Menschen haben zusammen mit dem Bildhauer Jan Koberstein daran mitgewirkt. Ich war seit Sommer 2014 ein paarmal beim Ziegelstreichen dabei, und auch beim Pflanzen der sieben Bäume

Zu Hause dann ein paar Steinkonturen abgezeichnet und daraus imaginary animals gemacht. Da kam auch endlich das leider eine Weile vernachlässigte Kritzelbuch wieder zum Einsatz.