Dienstag, 7. Juli 2020

Abstrakt

Ende Juni habe ich nach langer Zeit mal wieder die Gelatineplatte herausgeholt und gedruckt wie eine Weltmeisterin (oder wie eine Irre). Ich wollte ausprobieren, ob ich mit entsprechend zugeschnittenen Schablonen einigermaßen gerade Kanten gedruckt bekomme, um so etwas wie abstrakte, imaginäre Andeutungen von Landschaft zu kreieren.


Gedruckt wurde in mehreren Schichten. Also, die Drucke bekamen mehrere Farbschichten, und ich musste über Tage verteilt einige Druck-Schichten einlegen, bis ich genügend zusammen hatte. Das war ein richtiges Schwelgen in Farben.



Dann bin ich mit einem Passepartout über die einzelnen Drucke, um die besten Ausschnitte auszuwählen, bis ich am Ende 152 8,5x8,5cm große "Landschaften" hatte.


Die "pastose" Struktur der Druckfarbe, die mich sonst bei Gelatinedrucken oft stört, gefällt mir hier besonders gut, denn sie macht die Farbflächen interessant, gibt ihnen Tiefe und Struktur.


Natürlich soll ein Künstlerbuch daraus werden (oder auch zwei). Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob auf schwarzem oder auf weißem Karton.


Vielleicht auch etwas größer und dann mit drei oder vier Drucken auf einer Seite. Na, mal schauen.

Donnerstag, 2. Juli 2020

Die Pause ist zu Ende

Ich weiß gar nicht recht, wie ich es beschreiben soll, aber nach dem Tod von Kater Leo hat sich in mir etwas Seltsames breit gemacht und es wurde über viele Wochen sehr still und sehr leer in mir. Ein Vakuum, in das nichts rein wollte (ich habe in über drei Monaten kein einziges Buch gelesen, das hatte ich noch nie) und aus dem auch nichts raus wollte. Aber wir wissen ja, Trauer braucht Raum, und den habe ich ihr gegeben.


Lili musste lernen, allein nach draußen zu marschieren und ihre eigenen Wege zu gehen, statt dem Kater hinterherzutapsen. Begreifen, dass der Kumpel nicht mehr da ist. Wir beide mussten uns neu sortieren. Sie hat inzwischen dafür gesorgt, dass ich ihr einen neuen Platz auf meinem Schreibtisch einräume, und besetzt diesen regelmäßig. Und sie fährt auch nicht mehr aus dem Schlaf hoch und dreht die gespitzten Öhrchen wie in den ersten ein, zwei Wochen.


 Irgendwann im Juni sind dann mehr oder weniger zur gleichen Zeit ein paar Sachen passiert, die auch mich wieder ein bisschen mehr zu mir zurück geführt haben. Und dann konnte ich auch wieder Stifte und Pinsel in die Hand nehmen. Was für ein schönes Gefühl.



Danach kamen auch die Farben zurück. Davon die Tage mehr.


Samstag, 18. April 2020

Waldzeichnen





Gestern mit einer Freundin nicht im Wald gebadet, sondern gezeichnet (und dabei vielleicht auch ein bisschen gebadet, im Vogelzwitschern, der kühlen Luft, der Sonne, dem frischen Grün). Es hat gut getan, still zu sitzen und ein bisschen genauer hinzuschauen.

Donnerstag, 16. April 2020

DIY





Haare selbst geschnitten (die Löcher am Hinterkopf sehe ich zum Glück nicht!), Masken genäht.


Ob ich so unter die Leute kann, wenn es endlich so weit ist?

Montag, 13. April 2020

Mein wilder Garten II

Kürzlich habe ich schon geschrieben, dass ich die Lektion "How wild is your garden?" von Karen Stamper aus dem Sketchbook Revival unbedingt auf größerem Papier noch einmal wiederholen wolle.


Der Aquarellkarton hat eine Breite von 110 cm, die Höhe ist ca. 22 cm. Es hat wieder unglaublich viel Spaß gemacht. Das ist einfach der Hammer, so zu arbeiten. Da hüpft mein Herz. Und wie man sieht, ist ein Leporello daraus geworden.




Bei so viel farblicher Zurückhaltung innen drin darf der Umschlag ruhig knallen.


Irgendwann mache ich das auch mal noch auf 1,20 x 1,00 Meter. Bestimmt.

Donnerstag, 9. April 2020

Abschied

Das letzte Foto (26.2.2020)
Eine Freundin hat mir vor einer Weile mal ein ganzes Konvolut Architekturpläne und Transparentpapier-Rollen geschenkt. Im Februar habe ich endlich mal ein paar Grundrisszeichnungen rausgeholt, um zu schauen, was sich damit anfangen lässt.Was daraus geworden ist, zeige ich demnächst mal. Katerchen war jedenfalls interessiert.

Heute will ich von Leo sprechen, der uns verlassen hat. Am 21. März ist er abends mit Lili zusammen aus dem Haus gegangen und seither nicht wiedergekommen. Vorgestern wurde er keine zwanzig Meter von hier auf einem großen Heuballen unter einer Plane gefunden, den Kopf auf einer ausgestreckten Vorderpfote gebettet. Wie es aussieht, hat er sich zum Sterben dorthin zurückgezogen. Ich finde, er hat das richtig gut gemacht, er hat das Heu geliebt. Oft hat er, wenn er nach Hause kam und ich meine Nase in sein Fell steckte, ganz wunderbar nach Heu geduftet.

Tschüß, Leo. Ich werd Dich nie vergessen. Du warst vom ersten bis zum letzten Tag deinem Charakter treu, du liebenswerter, lustiger, zugeneigter Kater. Du wunderbarer kleiner Charmeur.

Montag, 6. April 2020

Kritzelbuchseite


Diese Kritzelbuchseite schlägt etwas ganz Besonderes in mir an, und ich weiß nicht mal, wieso. Ich saß am Samstag am Ateliertisch, hörte mir die eine und andere Folge der Hauskonzerte von Daniel Hope in der Arte Mediathek an (die wirklich etwas ganz Besonderes sind), und hatte diese Seite Packpapier vor mir.
Zuerst habe ich das Linienraster gezogen und dann angefangen, einzelne Felder in Blau- und Grüntönen auszumalen. Irgendwann wurde mir das fad, und ich dachte, ich lasse die Seite so. Aber auf der rechten Seite waren noch Reste von Kalligrafie-Übungen, die irgendwie seltsam deplatziert wirkten (weil einzelne Wörter zu lesen waren, die aber so fragmentiert kein Ganzes ergaben). Und dann habe ich das Kistchen mit den Stanzteilen rausgeholt, arrangiert und geklebt und die Linien später noch einmal nachgezogen. Vollkommen unspektakulär.

Bleibt gesund!

Samstag, 4. April 2020

Bindungen

Das Eine und Andere wurde hier in den letzten Tagen gebunden. Ein kleineres (ca. 15 x 15 cm) Buch mit weißen und schwarzen Seiten.


Da ich unbedingt Perlen mit einweben wollte, konnte ich zum Vernähen kein buntes Stickgarn nehmen, denn damit wäre ich unmöglich sieben Mal durch die Perlen gekommen. Also habe ich Leinengarn mit Acrylfarbe türkis eingefärbt. Hat erstaunlich gut geklappt.


Umschlagpapier außen und innen: Kleisterpapier.



Es folgt der Umschlag des Collagebüchleins, das ich hier schon gezeigt habe.





Und zuguterletzt noch ein ganzer Schwung Hefte. Das Innenleben besteht aus jeweils zwei A5-Schulheften (liniert, kariert oder blanko), die Umschläge aus Dekokarton und Gelatinedrucken.




Das Gedaddel musste einfach sein. Die Zeiten sind ernst genug.




Sonntag, 29. März 2020

Wilder Garten


Die Tutorials beim Sketchbook Revival sind thematisch und handwerklich sehr, sehr unterschiedlich, aber ich bin überzeugt, dass für jede und jeden etwas dabei ist. Ich bin heute ganz wunderbar abgetaucht in "How wild is your garden?" mit Karen Stamper. Oh my God. Das war so toll. Das hat so viel Spaß gemacht. Das muss ich unbedingt bald wieder machen, und zwar auf einer gaaaaanz langen Papierbahn und nicht nur auf 3xA5 ...


Das war in der Tat eine hübsche Sauerei mit Bleistift, Kohle, Ölpastellkreiden, Tusche, Fineliner, Woody, Kerzenwachs, Sprühflasche ... Aber jeden hinterher aufzufegenden Krümel wert.

Also, anmelden, mitmachen. Die Tutorials sind bis zum 26. April online.

Donnerstag, 26. März 2020

Collagen

Da ich für einen kleinen (kostenlosen!) Kurs bei Laura Horn (hier) eh gerade eine Menge Collagenpapiere hergestellt hatte, habe ich mich gestern von Ulrike inspirieren lassen und einen großen Bogen mit Schnipseln beklebt und auseinandergeschnitten. Jetzt noch ordentlich falzen und einen Umschlag anfertigen.



 Die habe ich in dem o.g. Kurs geklebt (jeweils A5):




Und so sieht es auf dem Ateliertisch aus, denn außerdem läuft im Augenblick ja auch noch Sketchbook Revival ...


Ich bleibe dahim, werkel weiter, gehe ein Mal die Woche einkaufen (Haferflocken habe ich gestern immerhin wieder bekommen, Toilettenpapier nicht. Und nur gut, dass ich kein Mehl brauchte!). Ich laufe ab und zu und mache mich langsam daran, den Garten aufzuräumen (Stauden zurückschneiden, Rosen schneiden, Pferdemist verteilen). Bleibt gesund!





Montag, 23. März 2020

Junk-Journal

Für das Sketchbook Revival habe ich mir ein Junk-Journal gebunden.


Grundlage sollte möglichst der Umschlag eines ausgedienten Buches sein. Das ist es bei mir auch, aber das Buch war relativ neuen Datums, deswegen habe ich den Umschlag mit Gelatinedrucken und blauem Buchleinen beklebt. Ein Jugendstilromanumschlag wäre echt schöner gewesen, hatte ich aber grad nicht da. Und der schwarze Gummi war schon dran: super praktisch!


Die Lagen bestehen aus allerlei Papieren: Atlasseiten, Packpapier, Schokoladentafelnverpackungspapier, Aquarell- und Zeichenpapier, halbfertige "Kunstwerke", Ausgemustertes, Buntes und so weiter. Und am Ende habe ich alle Ecken noch rund gestanzt, damit es zum Umschlag passt.



Das war schon mal ein guter Anfang.  Ich bin bereit.

Samstag, 21. März 2020

Handgeschöpftes Papier


Ein ganzes Konvolut handgeschöpfter Papiere und Kartons (bis ca. 600 g/m2) hat den Weg in mein Atelier gefunden.


Mit so edlem Ausgangsmaterial arbeite ich ja selten, aber hier war kein Halten, ich konnte gar nicht anders, ich musste einfach sofort ausprobieren, was da geht, wie das geht, was es macht.








Minimalistisch. Noch. Setze ich da noch Kalligrafie drüber? Rahme ich sie und hänge sie einfach so an die Wand? Keine Ahnung. Vorerst kann ich mich einfach nicht sattsehen an den schönen Strukturen.

Am Montag (23.3.) beginnt übrigens das Sketchbook Revival von Karen Abend. Letztes Jahr habe ich es zu spät mitbekommen und quasi nur zugesehen. Dieses Jahr bin ich dabei. Mein Junk-Sketchbook habe ich schon gebunden. Also: Zu Hause bleiben! Die Nerven nicht verlieren! Mitmachen!